29.04.2012

Weightless

A very nice video by the Swedish artist Erika Janunger. Beauty can be beautiful, can't it?

26.04.2012

Acht Grad

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Im 'Weltempfänger'

Meinen tausendsten Eiskaffee trank ich zu Banjomusik. Draußen lag die Temperatur bei acht Grad; ebenso tief also, wie die Wolkendecke am Himmel. Aus den unsichtbaren Lautsprechern im Café sang eine französische Sängerin französisch.

Mein Eiskaffee enthielt nur ein Bällchen Vanilleeis. Ich war etwas enttäuscht, aber nicht sehr. Immerhin hatte ich vorher schon 999 Eiskaffees getrunken. In den allermeisten waren zwei Eisbällchen gewesen. Ich lauschte der Stimme und bemerkte, dass sie gar nicht französisch sang, sondern englisch. Sie klang bloß französisch: Verraucht, gleichzeitig melancholisch und sexy. Ihr Banjo hatten die auch weg gepackt. War das überhaupt noch die gleiche Band?

Ein alter keltischer Text besagt, dass man dem Sommer auf die Sprünge helfen kann, indem man Eiskaffee trinkt. Ich sah zu, wie der freundliche Barmann einer Kundin die Tür aufhielt. Ihre Hände waren voll Kaffee zum Mitnehmen. Seine Haare brannten, aber er wollte das so.

Weiter heißt es in dem keltischen Text, dass ein Eiskaffee, der zur Sommerwetterermunterung getrunkten wird, im Idealfall eine lange Maccaroni als Strohhalm enthält. Schon bei den Kelten galt Plastik als verpönt. Ebenfalls lernen wir hieraus, dass schon sehr früh ein reger Warenaustausch zwischen Italien und dem restlichen Europa bestanden hat.

Dem Barmann war es zu bunt geworden. Ich war ganz allein im Gastraum. "Er sucht bestimmt einen Feuerlöscher für seine Haare", dachte ich und erwog, mit einem Hechtsprung hinter die Theke zu springen, um schnell nach weiteren Eisbällchen zu suchen. Stattdessen drehte ich meinen Kopf um 90 Grad nach rechts. Rock'n Roll, von einer Männerstimme gesungen. Definitiv eine andere Band. Draußen schien endlich die Sonne.

17.04.2012

Time Off

Zurück in Ehrenfeld, wo die Leute auf der Straße musizieren

In den vergangenen Wochen ist so viel passiert, dass nicht nur dieser Blog sich in einer Ohnmacht befand. Ihr solltet mal mein Zimmer sehen!
Seit fast sieben Wochen lebe ich wieder in diesem Viertel. In dieser Zeit gab es:

- Proben für eine Tanzinstalltion von Ilona Pászthy, mit Premiere am 30. März im Rautenstrauch-Joest-Museum
- Tanzauftritte während der Nachtstillen in der Lutherkirche
- die drittletzte Aufführung von Das Werk / Im Bus / Ein Sturz von Elfriede Jelinek im Schauspielhaus
- Proben und ein Auftritt mit Wort und Tonschlag (ein weiterer am Freitag im Cáffezinho in Kevelaer)
- erste Schritte auf dem Weg zu einer neuen Theater-Produktion mit Oliver Möller
- ein 5-tägiger Workshop mit dem Titel "Der Menschen zwischen Autismus und Down-Syndrom" für den DRK
- Unterrichtsvertretungen in modernem Tanz

Nebenbei bin ich froh, wieder in einem Haus mit Klavier zu leben. Bald soll ein neues kommen. Eines, dass nicht ganz so schief klingt. Auch durfte ich mich zum ersten Mal an einem kleinen MS-20 Korg-Synthesizer ausprobieren: Der kanadische Musiker Khôra wohnt gerade bei uns und bringt eine Menge Klang mit...