25.01.2012

Philipp Poisel - Herr Reimer


Ich finde die deutsche Sprache extrem schwierig für melodischen Gesang. Kein Vergleich zu den skandinavischen Sprachen, zu Englisch, Französisch oder Spanisch. Umso mehr freue ich mich, wenn Musiker das Nadelöhr finden, in dem es umso schöner klingt...

19.01.2012

Love - the most natural painkiller what there is

William S. Burroughs - A Man Within 

Ein Dokumentarfilm des 25jährigen Yony Leyser, in Köln zu sehen im Rex Lichtspiele.

Zu Beginn sitzen Allen Ginsberg und Burroughs gemeinsam an einem Tisch. Ginsberg stellt Fragen. In seiner Stimme schwingt der sanfte Spott, der sich häufig in Beziehungen einschleicht, in welchen der eine den anderen hoffnungslos lange Jahre geliebt hat. Burroughs nuschelt dünnlippig. Ginsberg fragt nach der Beat Generation, zu deren Kern er selbst zählt.

Wenn von den Beatniks gesprochen wird, fällt zwar Burroughs' Name meist ebenfalls, doch er blieb vergleichsweise lose verbunden zu ihr - auch wenn er zweifellos großen Einfluss auf Jack Kerouac und Allen Ginsberg ausübte. Jack Kerouac seinerseits soll die Idee zum Titel von 'Naked Lunch' gehabt haben und erst aus dem Briefwechsel der beiden entstand überhaupt dieses Werk, das später im 'Beat Hotel' in Paris zusammengeschustert wurde.

Aber zurück zum Beginn des Films: Ginsberg fragt nach der Beat Generation. Burrouhgs nuschelt. Seiner Meinung nach sei sie die kulturell bedeutenste Bewegung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auch wenn sich diese Einschätzung auf die Vereinigsten Staaten beschränken mag, so bin ich mit ihm einer Meinung. Ginsbergs 'Howl' und Kerouacs 'On the Road' sind nicht nur irgendwelche, sondern die literarischen Meilensteine ihrer Zeit. Die Hippies und die 68er waren der verklingende Hall dieses Booms, der in der damaligen deutschen Literatur seltsam ungehört blieb und doch große Wirkung zeigte.

Unter allen konkreten Aussagen und den vielen Zeitzeugen, die in schwankender Qualität von ihren Begegnungen mit Old Bull Lee berichten, wird unmissverständlich klar, dass er von seinen Zeitgenossen geliebt wurde. Viele Künstler inspirierte er - zum Beispiel ermutigte er Patti Smith zum Singen. Er war immer mitten drin: Sein Leben handelte von den Menschen, die ihn umgaben - häufig von unerfüllter Liebe; wie jener zu Ginsberg, dem er wenige Monate nach dessen Tod ins Grab folgte.

"The Man Within" macht deutlich, dass Künstler in Amerika wesentlich stärker das Miteinander pflegen. Sie leben und arbeiten zusammen, sie gehen ihre Wege gemeinsam, sie teilen Unmengen von Zeit. In Deutschland erlebe ich das nur bedingt, in Einzelfällen. Hier werden Ideen abgeschottet, hier kämpft man meist für sich selbst. Dabei ist nichts inspirierender, als ein Leben so wild, frei und eigen, wie das eines guten Freundes.

Die Überschrift dieses Artikels ist der letzte Tagebucheintrag des alten Mannes, der die allermeisten seiner frühen Weggefährten überlebte.

14.01.2012

Rough Map to Freedom

After his bestseller How To Be Idle, Tom Hodgkinson wrote a sequel titled How To Be Free.

He's surely not the first to have written a guidebook about freedom - one of the key ingredients for happiness. What I like about it, is its honest way of looking at the simplicity of every day life: Drink! Be merry! Surround yourself with friends! Shoot at bean cans with your air rifle three hours a day, if you like! Don't work to much for money!  

There's no elitism here, no theoretical concept - merely someone who's read most of the books on his topic and who's for years been living the life he describes.

According to Hodgekinson modern life is boring, full of anxiety and designed to put our powers to sleep. In chapter 5 he quotes John Seymour, author of Self-Sufficiency (1970) as following:

I believe that if half a dozen families were to decide to be partially self-supporting, and settle within a few miles of each other, and kew what they were doing, they could make for themselves a very good life. Each familiy would have some trade or profession or craft, the product of which they would trade with the rest of the world [...]. Nobody would get bored doing their specialized art or craft, because they would not have to spend all day at it, but there would be a large variety of other jobs to do every day too. This partial specialization would set them free for at least some leisure: probably more than the city wage-slave gets, after he has commuted to and from his office.

If you look closely, you see how smart the idea of this kind of community is: People don't build their own village or even move into a big farmhouse in dozens. No. You just live within a few miles of each other, you still live your own life. And at the same time you don't do it alone. 

Off course reality can let you stumble across: "...and knew what they were doing...".